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Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie
Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie wurde 1992 gegründet und zählt 240 Mitglieder (Stand Mai 2010). Die erste gewählte Sprechergruppe bestand aus den Professoren Heinz Walter Krohne (Mainz), Ralf Schwarzer (Berlin) und Peter Schwenkmezger (Trier). Gegenwärtig wird die Fachgruppe durch Britta Renner (Konstanz), Christel Salewski (Stendal) und Andreas Schwerdtfeger (Mainz) vertreten. Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie pflegt vielfältige internationale Kontakte und ist dadurch eng verflochten mit der World Health Organization (WHO), der International Association of Applied Psychology (IAAP) sowie der Division 38 der American Psychological Association (APA). Viele Mitglieder gehören zugleich der European Health Psychology Society (EHPS) an und finden dort zahlreiche Gelegenheiten für länderübergreifende Arbeitsvorhaben und gemeinsame Forschungsinteressen. Die Verbindung zur EHPS wurde durch die Präsidentschaft von Ralf Schwarzer (Berlin) in den Jahren 1996 bis 1998 und Britta Renner (Konstanz) in den Jahren 2006 bis 2008 besonders gestärkt. Gegenwärtig ist die Fachgruppe Gesundheitspsychologie im Vorstand der EHPS durch Britta Renner (Konstanz) als Past-President und Manja Vollmann (Konstanz) als Schatzmeisterin vertreten.
Gesundheitspsychologie als wissenschaftliche Disziplin
Die Gesundheitspsychologie ist der wissenschaftliche Beitrag der Psychologie zur:
- Förderung und Erhaltung von Gesundheit,
- Prävention und Behandlung von Krankheiten,
- Förderung der Rehabilitation,
- Identifikation von psychischen Faktoren, die zur Entstehung von Krankheiten beitragen,
- Identifikation von Determinanten des Krankheitsbewältigungs- und Genesungsprozesses und zum
- Einfluss des Zusammenwirkens zwischen Gesundheitssystem und Patient auf das individuelle Gesundheitsverhalten
Die Gesundheitspsychologie beschäftigt sich mit personalen, sozialen und strukturellen Faktoren, welche die körperliche und seelische Gesundheit beeinflussen. Die Gesundheitspsychologie geht davon aus, dass Gesundheit mehr ist als die Abwesenheit von Krankheit, und vertritt ein positives Verständnis von Gesundheit. Sie entwickelt Theorien und Modelle zur Entstehung und zur Aufrechterhaltung von gesundheitsbeeinträchtigenden und gesundheitsförderlichen Einstellungen und Verhaltensweisen und konstruiert Verfahren zu deren Diagnostik. Sie entwirft und evaluiert Interventionsprogramme, die zur primären, sekundären und tertiären Prävention sowie zur Unterstützung der Krankheitsverarbeitung eingesetzt werden und sowohl auf individueller als auch struktureller Ebene ansetzen.
Studium Gesundheitspsychologie
Gesundheitspsychologie wird innerhalb des Diplomstudiengangs Psychologie vor allem als Fachgebiet im Hauptstudium und in Studiengängen an Fachhochschulen angeboten. Wichtige Grundlagenfächer der Psychologie, die in der Gesundheitspsychologie aufgegriffen werden, sind die Biologische Psychologie, die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie, die Entwicklungspsychologie und die Sozialpsychologie.
Berufsfeld Gesundheitspsychologie
Gesundheitspsychologisch ausgebildete Psychologen und Psychologinnen arbeiten in der Gesundheitserziehung und -aufklärung, der Prävention von Risikoverhalten, der Förderung von Gesundheitsverhalten und der Rehabilitation. Zu den Aufgaben der Gesundheitspsychologie gehören die Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Programmen zum Abbau von Risikoverhalten und zur Förderung von Gesundheit, beispielsweise Programme zur Aufklärung über Gesundheitsrisiken, zum Aufbau allgemeiner gesundheitsbezogener Kompetenzen ("Life skills"), zur Stressbewältigung, zum Ernährungsverhalten, zu körperlicher Aktivität oder zur Raucherentwöhnung. Ein wichtiges Arbeitsgebiet ist zudem der Bereich der Krankheitsbewältigung und der Rehabilitation. Die Umsetzung dieser Programme erfolgt vor allem in Schulen, in der Arbeitswelt, in Kliniken und auf der Ebene der Kommunen. Die im Bereich der Gesundheitsförderung tätigen Psychologen und Psychologinnen arbeiten als Angestellte von Krankenkassen und anderen Trägern medizinischer und psychologischer Einrichtungen, in öffentlichen Einrichtungen, in Betrieben oder in freier Praxis.
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