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Autor: M. Sanders, Triple P Deutschland GmbH

Schwerpunkte: Erziehungskompetenz, Reduktion von erziehungsbedingtem Stress

 

Zielgruppe: Triple P ist ein präventives Programm zur Unterstützung von Familien bei der Kindererziehung. Triple P richtet sich an alle Eltern, die sich Unterstützung im Bereich Erziehung wünschen. Das Programm liegt sowohl für Eltern mit Kindern von 2 bis 12 Jahren, als auch für Eltern von Teenagern vor. Ziele: Ziel des Positiven Erziehungsprogramms ist es, Eltern Anregungen zu geben, die ihnen helfen können, eine gute Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. Triple P zielt auf die Förderung der kindlichen Entwicklung, Gesundheit und soziale Kompetenzen, Förderung eines konstruktiven, nicht verletzenden Umgangs mit Kindern sowie die Reduktion von erziehungsbedingtem Stress.

Inhalte: Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Eltern gerecht zu werden, bietet das Triple P Programm Eltern verschiedene Hilfen an, die Information, Kurzberatung, Einzelberatung und Kursangebote umfassen. Aufbauend auf fünf Grundprinzipien (für eine sichere und interessante Umgebung sorgen, eine positive und anregende Lernatmosphäre schaffen, sich konsequent verhalten, nicht zuviel von sich und den Kindern erwarten, auch die eigenen Bedürfnisse beachten) werden u.a. folgende Erziehungsfertigkeiten vermittelt: Zuneigung zeigen, miteinander reden, wertvolle Zeit verbringen, beschreibend loben, Aufmerksamkeit schenken, ein gutes Vorbild sein, Vereinbaren von Familienregeln, klare, ruhige Anweisungen, die Anwendung logischer Konsequenzen und time out.

Methodik/ Didaktik: Je nach Beratungsformat werden folgende Methoden eingesetzt: Informations- und Explorationsgespräche, praktische Übungen, Rollenspiel, Coaching, strukturierte Beobachtung der Eltern - Kind Interaktion, Video, Arbeitsbuch, Beobachtungsmethoden für Eltern und Hausaufgaben. Bei allen Triple P-Angeboten spielen die Prinzipien der Selbstregulation, Suffizienz, Verhaltens- und Ressourcenorientierung eine zentrale Rolle. Durchführung: Der zeitliche Umfang variiert mit dem Beratungsformat. Alle Angebote werden in unterschiedlichen Settings durchgeführt (z.B. Beratungsstellen, Kindertagesstätten, Praxen, Schulen). Im Rahmen der Triple P-Kurzberatung z.B. erhalten Eltern in bis zu vier 15-30minütigen Beratungssitzungen Unterstützung bei Fragen zur Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder. Das Triple P-Elterntraining macht Eltern in Gruppen von maximal 12 Paaren intensiv mit den Grundlagen und Ideen von Triple P vertraut. In vier wöchentlich stattfindenden Sitzungen á 2 Stunden und vier individuellen Telefongesprächen erlernen Eltern bewährte und umsetzbare Erziehungsfertigkeiten. Trainer: Die Fortbildungen zum Triple P Anwender (z.B. Trainer oder Berater) wenden sich an Fachleute aus dem Erziehungs- und Gesundheitswesen, die über Erfahrung in der Arbeit mit Eltern verfügen. Triple P zielt darauf ab, unterschiedliche am Erziehungs- und Beratungsprozess beteiligte Berufsgruppen in das Programm einzubinden, z.B. Hebammen, Kinderärzte, Erzieher, Lehrer, Pädagogen und Psychologen. Die Fortbildungen beinhalten 3-4 Schulungstage sowie eine Vor- und Nachbereitungsphase. Sie werden deutschlandweit über die PAG, Institut für Psychologie AG, Triple P Deutschland angeboten. Bisher wurden in Deutschland ca. 1.300 Anbieter ausgebildet und lizenziert. Im Internet kann unter www.triplep.de eine Liste der aktuellen Anbieter abgerufen werden.

Evaluationsmethode: Triple P ist in langjähriger Forschung und Entwicklung in Brisbane, Australien entstanden. Es wurde von Prof. Dr. Matthew Sanders und seinen Mitarbeitern am Parenting and Family Support Center der Universität von Queensland entwickelt. In Deutschland wird das Programm an der Technischen Universität Braunschweig durch Prof. Dr. Kurt Hahlweg wissenschaftlich begleitet. Derzeit wird in einem breit angelegten, aus Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Forschungsprojekt die Effektivität von Triple P in Deutschland untersucht, an dem 280 Familien teilnehmen. Überprüft wird die Wirksamkeit der Triple P-Gruppenintervention (TPG) für Familien mit Kindergartenkindern im Alter von 3-6 Jahren.

Evaluationsergebnisse: In den Forschungsarbeiten zeigte sich sowohl universelle als auch spezifische Wirksamkeit (z.B. bei ADHS oder Schlafproblemen, depressiven oder Stress-Symptomen). Positive Effekte auf kindliches Verhalten, elterliches Erziehungsverhalten, elterliches Befinden und elterliche Kompetenzüberzeugung wurden von unabhängigen Forschungsgruppen belegt. Erste Auswertungen in der über fünf Jahre geförderten DFG-Studie bestätigen auch in Deutschland eine sehr hohe Zufriedenheit der Eltern mit dem Programm und ein verbessertes Erziehungsverhalten. Prävalenz- und Inzidenzraten (im 1-Jahres-Follow-up) von externalisierenden und internalisierenden Auffälligkeiten von Kindern wurden durch das Programm signifikant gesenkt. Verbreitung: Insgesamt bieten derzeit rund 1.300 lizenzierte Anbieter das Programm deutschlandweit an. Über 30.000 Familien haben bereits an einem Triple P-Elternkurs teilgenommen.

Einsatzbereiche: Zahlreiche Institutionen arbeiten bereits mit Triple P. Unter anderem werden in Jugendämtern, Familien- und Erwachsenenbildungsstätten, Kindertageseinrichtungen, psychologischen Beratungsstellen, Jugendhilfeträgern und verschiedenen Kliniken Triple P-Beratungen und Elternkurse angeboten. Unter den Kooperationspartner sind Einrichtungen z.B. von ASB, AWO, Caritas, Diakonie, DRK, Malteser, VHS.

Literatur: Markie-Dadds, C., Sanders, M. R. & Turner K.M.T. (2003): Das Triple P Elternarbeitsbuch. Der Ratgeber zur positiven Erziehung mit praktischen Übungen. (PAG Institut für Psychologie AG, Übers.) Münster: Verlag für Psychotherapie. Sanders, M. R., Markie-Dadds, C. & Turner, K.M.T. (2000). Positive Erziehung (A.Lübke, Y. Miller, E. Köppe, A. Kuschel, & K. Hahlweg, Übers.). Münster: Verlag fürPsychotherapie. Turner, K.M.T., Sanders, M. R. & Markie-Dadds, C. (2003). Manual zur Elternberatung„Erste Hilfe für Eltern". Die Triple P Kurzberatung (PAG Institut für Psychologie AG, Übers.). Münster: Verlag für Psychotherapie. (Nur im Rahmen der Fortbildung erhältlich.) Heinrichs, N., Bertram, H., Kuschel, A., & Hahlweg, K. (in press). Parent recruitment and retention in a universal prevention program for child behavior and emotional problems: Barriers to research and program participation. Prevention Science. Heinrichs, N., Hahlweg, K., Kuschel, A., Krüger, S., Bertram, H., Harstick, S., & Naumann, S. (in Druck). Triple P aus der Sicht der Eltern: Teilnahmeraten und Kurszufriedenheit in Abhängigkeit von soziodemographischen Charakteristika und Migration. Kindheit und Entwicklung. Heinrichs, N., Krüger, S., & Guse, U. (in Druck). Eine experimentelle Studie zur Untersuchung des Einflusses von Anreizen auf Rekrutierung und Wirksamkeit eines präventiven Elterntrainings. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie. Heinrichs, N., Hahlweg, K., Bertram, H., Kuschel, A., Naumann, S. & Harstick, S. (in Druck). Die langfristige Wirksamkeit eines Elterntrainings zur universellen Prävention kindlicher Verhaltensstörungen: Ergebnisse aus Sicht der Mütter und Väter. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie. Sanders, M. R. (1999). The Triple P-Positive Parenting Program: Towards an empirically validated multi-level parenting and family support strategy for the prevention and treatment of child behaviour and emotional problems. Child and Family Psychology Review, 2, 71-90. Sanders, M. R., Markie-Dadds, C., Tully, L. A. & Bor, W. (2000). The Triple P - Positive Parenting Program: A comparison of enhanced, standard, and self - directed behavioral family intervention for parents of children with early onset conduct problems. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 68, 624-640. Weitere Literatur unter www.triplep.de sowie im e-Journal http://auseinet.flinders.edu.au/journal/vol2iss3/index.php.

Kontakt: Triple P Deutschland GmbH Nordstraße 22 48147 Münster Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.triplep.de

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