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Autoren: Univ.-Doz. Dr. med Pàl Bölcskei, Institut für Präventive Pneumologie am Klinikum Nürnberg Thomas Duprée, Regina Ohlwerter, Verein Programm Klasse2000 e. V., Nürnberg

Schwerpunkte: Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltvorbeugung Zielgruppe: Grundschulkinder von Klasse 1 bis 4

 

Ziele:
• Förderung des Gesundheitsbewusstseins: Kenntnisse bezüglich Körperfunktionen, Ernährung und Bewegung

• Förderung von Lebenskompetenzen: Problemlöse-, Stressbewältigungs- und Kommunikationsstrategien, Suchtprävention und Gewaltprävention

• Förderung der Unterstützung der Kinder durch Eltern, Schule und Klasse2000-Paten

Inhalte:

• Vermittlung grundlegender Kenntnisse im Bereich Ernährung und Bewegung

• Vermittlung von Stressbewältigungsmöglichkeiten

• Problemlösetraining

• Vermittlung eines kritischen Umgangs mit Suchtstoffen

• Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen: Selbstwahrnehmung, Gefühlsbewältigung, Selbstbehauptung, kritisches Denken und Entscheidungen treffen, Empathie, effektive Kommunikationsstrategien, interpersonale Beziehungsfähigkeit

Methodik/ Didaktik:

• Interaktive Methoden

• Experimente

• Gruppen- und Partnerübungen

• Interviews

• Bewegungsspiele

• Rollenspiele

• Selbstbeobachtung

• schriftliches Arbeitsmaterial

Durchführung: Pro Schuljahr gestalten speziell geschulte Klasse2000-Gesundheitsförderer zwei bis drei Unterrichtseinheiten, bei denen sie neue Themen einführen und die Kinder dafür begeistern. Die Lehrkräfte erhalten ausgearbeitete Unterrichtsvorschläge, um diese Themen in ca. 12 weiteren Stunden zu vertiefen.

Trainer: Gesundheitsförderer haben eine medizinische oder pädagogische Ausbildung, Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und nehmen an den regelmäßigen Klasse2000-Schulungen teil.

Evaluationsmethode: Durchführung Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung gemeinnützige GmbH, Kiel, Leitung: PD Dr. Reiner Hanewinkel Design Vierjährige Evaluationsstudie mit Kontrollgruppendesign und Follow-Up Stichprobe 119 Klassen aus 58 hessischen Grundschulen Befragung von Lehrkräften, Schulleitern und Schülern Follow-Up nach 16 Monaten Darüber hinaus finden in regelmäßigen Abständen Befragungen von Beteiligten (Lehrer, Schüler, Eltern, Gesundheitsförderern, Paten und Spendern) zur Prozessevaluation statt.

Evaluationsergebnisse: Die Teilnahme an Klasse2000 führte zu positiven Effekten bei Schülern und Klassen: • Problematische Verhaltensweisen der Schüler nahmen in der Interventionsgruppe stärker ab • Schüler der Interventionsgruppe besaßen größeres Gesundheitswissen und höhere Selbstwirksamkeitserwartung hinsichtlich Gesundheit • Das Klassenklima entwickelte sich in der Interventionsgruppe positiver • Schüler der Interventionsgruppe begannen im vierten Schuljahr seltener mit dem Konsum von Alkohol und Zigaretten Follow-Up-Ergebnisse: • Inzidenzrate (Zeitraum Ende 4. Klasse und Anfang 6. Klasse) hinsichtlich Substanzkonsum war bei Schülern der Interventionsgruppe signifikant niedriger • Lebenszeitprävalenzen waren im sechsten Schuljahr bei Rauchen und Alkoholkonsum signifikant niedriger

Verbreitung: Schuljahr 2009/10: 15.428 Grundschulklassen mit über 359.000 Kindern in allen Bundesländern

Einsatzbereiche: Grund- und Förderschulen

Literatur: Bölcskei, P.L., Hörmann, A., Hollederer, A., Jordan, S., Fenzel, H. (1997). Suchtprävention an Schulen. Besondere Aspekte des Nikotinabusus. Prävention und Rehabilitation 9: 82-88 Isensee, B., Hanewinkel, R. (2008). Klasse2000 - Evaluation des Unterrichtsprogramms in Hessen. Abschlussbericht. Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, IFT-Nord Kiel. Kraus, D., Duprée, T., Bölcskei, P. L. (2003). Eltern als Partner in der schulischen Gesundheitsförderung und Suchtvorbeugung. Eine empirische Studie am Beispiel Klasse2000. Gesundheitswesen 64, 371 – 377. Kraus, D., Duprée, Th., Bölcskei, P. L. (2002). Erfahrungen mit dem Klasse2000-Programm. Ergebnisse einer Lehrerbefragung. Prävention 25, 44– 47. Maruska, K., Isensee, B., Hanewinkel, R. (2010). Das Unterrichtsprogramm Klasse2000: Welche Effekte gibt es über die Grundschulzeit hinaus? Abschlussbericht. Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung, IFT-Nord Kiel. Storck, C., Duprée, T., Dokter, A., Bölcskei, P.L. (2007). Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Die langfristige Umsetzung schulbasierter Präventionsprogramme in der Praxis am Beispiel Klasse2000. Prävention und Gesundheitsförderung 2(1), 19-25. Storck, C., Duprée, T. & Bölcskei, P.L. (2008). Erreicht schulische Gesundheitsförderung Kinder aus sozial benachteiligten Gruppen? Verbreitung und Umsetzung des Programms Klasse2000. Prävention und Gesundheitsförderung, online publiziert: 29. Februar 2008. Verfügbar unter: http://klasse2000.de/downloads/veröffentlichung_präv_gesundheitsf_2008_formatiert.pdf Storck, C., Duprée, Th., Bölcskei, P. (2009). Schulische Gesundheitsförderung für sozial benachteiligte Kinder am Beispiel Klasse2000. In Kirch, W., Middeke, M., Rychlik, R. (Hg.): Aspekte der Prävention. Stuttgart: Thieme, 166-172.

Kontakt:
Verein Programm Klasse2000 e. V.
Feldgasse 37
90489 Nürnberg
Tel. 0911 7 89 12 10
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www.klasse2000.de

 

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