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susc2007 3Bericht über die siebte Summer School der Fachgruppe Gesundheitspsychologie für Doktorandinnen und Doktoranden 5.-7. Juli 2007 in Bremen

Wie auch im letzten Jahr fand die siebte Summer School für Doktorandinnen und Doktoranden der Fachgruppe Gesundheitspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Jacobs University Bremen statt.

Gastgeberin war Frau Prof. Dr. Britta Renner, die mit ihrer Arbeitsgruppe die Tagungsorganisation übernommen hatte. Die zehn Teilnehmerinnen der Summer School kamen aus ganz Deutschland und Österreich angereist, um ihre gesundheitspsychologischen Promotionsvorhaben vorzustellen und offene Fragen mit den eingeladenen Fachmännern und –frauen zu diskutieren.

Die Doktorandinnen wurden von Prof. Dr. Britte Renner und den Experten Prof. Dr. Christel Salewski (Fachhochschule Magdeburg-Stendal), Dr. Thomas Klauer (Universität Rostock), Dr. Benjamin Schüz (Jacobs University Bremen) und Prof. Dr. Ben Godde (Jacobs University Bremen) freundlich empfangen. Ein schönes „Warm-up“ der Veranstaltung bildete der Vortrag von Dr. Benjamin Schüz zur Missing Value Analyse.

Hier waren die Teilnehmerinnen erstmal in der rezeptiven Rolle und bekamen hilfreiche Hinweise für ihre Dissertationen. Der erste Abend diente dem Kennenlernen und fand bei Fingerfood und Wein im Foyer auf dem Campus statt. Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der gesundheitspsychologischen Projekte, begleitet von immer gefüllten Tellern mit Süßigkeiten und Obst. Nicht nur diese, sondern auch die gesamte entspannte und wohlwollende Atmosphäre machten es den Referentinnen und Zuhörern leicht und angenehm, der bunten Vielfalt von Vorträgen beizutragen.

Als erste Doktorandin stellte am Freitagmorgen Sonja Heidenblut (Universität Siegen) ihr Dissertationsvorhaben vor. Sie beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Messinstruments zum Screening depressiver Symptome bei geriatrischen Patienten.

Ebenfalls mit dem Thema Depression befassten sich die beiden nächsten Arbeiten. Charlotte Kötter (Institut für Therapieforschung, München) berichtete von ihrem Projekt zur „Prävention der familialen Transmission“, in dem ein Präventionsprogramm, das aus einem Mütter- und einem Kinderkurs besteht, in Mutter-Kind-Kliniken eingeführt und evaluiert wird. Hanna Lo (Universität Ulm) stellte ihre Arbeit „Gedankenunterdrückung als Risikofaktor für Depression – eine fMRT-Studie“ vor, die sich im Bereich der Gesundheits- und klinischen Psychologie und den Neurowissenschaften bewegt. Mit Hilfe der MRT (Magnetresonanztomographie) werden hier neuronale Korrelate der Gedankenunterdrückung -ein kognitiver Prozess, der eine kognitive Vulnerabilität in Risikogruppen für Depression verdecken kann- untersucht. Als Experte für Neurowissenschaften konnte hier Prof. Godde Anregungen geben.

Nach dem Mittagessen in einem der Colleges der Jacobs University mit ausgezeichnetem Essen und großer Auswahl ging es mit dem Vortrag von Stefanie Gebker (Universität Osnabrück) weiter. Ihr Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Bewältigung von Frühgeburt. Hierbei sollen verschiedene Schutz- und Risikofaktoren für den Bewältigungsprozess ermittelt werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf das frühgeburtsbezogenen Scham- und Schuldempfinden und die umfassendere Scham- und Schuldneigung der Mütter gelegt. Die postoperativen Auswirkungen einer psychologischen Vorbereitung von Kindern auf Operationen ist Thema der Dissertation von Marianna Gotovos (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg). Zur Illustration ihrer Arbeit brachte sie ihr selbst entworfenes Kinderbuch mit, das den jungen Patienten mit bunten aufklärenden Bildern die Angst nehmen soll. Marah Saenger (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) berichtete über ihr Promotionsvorhaben, in welchem der Einfluss elterlicher Erziehung auf Aspekte des gesundheitsrelevanten Verhaltens Jugendlicher untersucht werden soll.

Der letzte Vortrag an diesem zweiten Tag der Summer-School wurde von Susanne Steiner (Institut für Therapieforschung, München) gehalten. Ihr Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit Cannabiskonsum und cannabisbezogenen Störungen. Sie berichtete über Ergebnisse der Validierung einer Screeningskala zur Erfassung von Cannabisabhängigkeit. Weiterhin beschäftigt sie sich mit Cannabiswirkungs-erwartungen sowie Problemmustern adoleszenter Konsumenten.

Am Samstag hatten die letzten drei Doktorandinnen die Möglichkeit, ihre Dissertationen vorzustellen. Als erste berichtete Birgit Bader (Universität Salzburg) über ihr interessantes Projekt, welches sich mit Betroffenen von Stalking beschäftigt. Insbesondere werden die Auswirkungen auf die Opfer erforscht.

Sabine Groß (Universität Trier) beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit der „Sinnfindung und Religiosität als Bewältigungsmöglichkeit einer Darmkrebserkrankung“. Sie berichtete bereits erste Ergebnisse der Längsschnittstudie, die darauf hinweisen, dass sowohl Sinnsuche und –findung als auch Religiosität eine Rolle bei der Verarbeitung bedrohlicher Lebensereignisse spielen.

Last but not least berichtete Angela Schoklitsch (Universität Salzburg) über ihre Dissertation mit dem Titel „Zusammenhang von Generativität und Gesundheit im Alter unter besonderer Berücksichtigung von geschlechtsspezifischen Aspekten“. Da die bisherigen Untersuchungsinstrumente nicht differenziert und präzise genug sind, um Generativität zu erfassen, wurde für die Befragung im Rahmen der Dissertation ein neuer Fragebogen entworfen.

Die diversen Promotionsthemen wiesen darauf hin, in wie vielen verschiedenen und vielfältigen Anwendungsbereichen gesundheitspsychologische Forschung einen Beitrag leisten kann und boten die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und vieles dazu zu lernen. Alle Teilnehmerinnen der Summer-School berichteten von hilfreichen und wichtigen Hinweisen, die sie von den Fachleuten und den anderen Teilnehmerinnen bekommen haben.Trotz der Kürze der Zeit schafften diese es immer, auf die wesentlichen Probleme hinzuweisen und konstruktive Vorschläge und Ideen zu deren Lösung zu generieren. Ein häufiger Vorschlag der Experten und Expertinnen war die Fokussierung auf die Haupt-outcome measures und das Prinzip „get it simple“, welchen die Doktorandinnen trotz unterschiedlicher Stadien ihrer Promotion dankbar aufnahmen. Die angenehme und wertschätzende Atmosphäre der Summer-School erleichterte es, individuelle Fragen zu stellen und Kritik konstruktiv aufzunehmen. Die Diskussionen im Anschluss an die Vorträge waren sehr interaktiv gestaltet, so dass jeder und jede Anwesende daran teilnehmen konnte und ein unterstützendes Diskussionsforum mit anderen Blickwinkeln auf das Forschungsvorhaben entstand. Genauso bereichernd und hilfreich wie die wissenschaftlichen Diskussionen war auch der informelle Austausch zwischen allen Beteiligten. Dieser wurde besonders durch die Ausgewogenheit von fachlicher Diskussion und gesellschaftlichem Rahmenprogramm ermöglicht.

Ein Highlight war die erfrischende Stadtführung im Regen. Seit dem verbinden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Bremen nicht mehr nur mit den Bremer Stadtmusikanten, sondern auch mit dem „Babbeler“, dem Beck’s Bier und dem Kaffee Hag. Das gemeinsame Abendessen in der Bremer Innenstadt war ein schöner Abschluss des langen Tages. Insgesamt war die Summer School eine überaus perfekt organisierte, motivierende und bereichernde Veranstaltung. Sehr empfehlenswert für Doktorandinnen und Doktoranden, um ihre Arbeit konzeptionell oder auch mit ersten Ergebnissen präsentieren zu können und eine Rückmeldung, Anregungen und neuen Input für ihre Arbeiten zu bekommen. Fazit: Rundum gut!!

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