Gesundheitspsychologie als wissenschaftliche Disziplin
Die Gesundheitspsychologie ist der
wissenschaftliche Beitrag der Psychologie zur:
- Förderung und Erhaltung von Gesundheit
- Prävention und Behandlung von Krankheiten
- Förderung der Rehabilitation
- Identifikation von psychischen Faktoren, die zur
Entstehung von Krankheiten beitragen
- Identifikation von Determinanten des
Krankheitsbewältigungs- und Genesungsprozesses und zum
- Einfluss des Zusammenwirkens zwischen
Gesundheitssystem und Patient auf das individuelle Gesundheitsverhalten.
Die Gesundheitspsychologie beschäftigt
sich mit personalen, sozialen und strukturellen Faktoren, welche die Gesundheit
beeinflussen. Die Gesundheitspsychologie geht davon aus, dass Gesundheit mehr
ist als die Abwesenheit von Krankheit, und vertritt ein positives Verständnis
von Gesundheit. Sie entwickelt Theorien und Modelle zur Entstehung und zur
Aufrechterhaltung von gesundheitsbeeinträchtigenden und gesundheitsförderlichen
Einstellungen und Verhaltensweisen und konstruiert Verfahren zu deren
Diagnostik. Sie entwirft und evaluiert Interventionsprogramme, die zur
primären, sekundären und tertiären Prävention sowie zur Unterstützung der
Krankheitsverarbeitung eingesetzt werden und sowohl auf individueller als auch
struktureller Ebene ansetzen.
Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie
Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie
der Deutschen Gesellschaft für Psychologie wurde 1992 gegründet und zählt 248 Mitglieder
(Stand Mai 2012). Die erste gewählte Sprechergruppe bestand aus den Professoren
Heinz Walter Krohne (Mainz), Ralf Schwarzer (Berlin) und Peter Schwenkmezger
(Trier). Gegenwärtig wird die Fachgruppe durch Claus Vögele (Luxemburg), Nina
Knoll (Berlin) und Heike Spaderna (Mainz) vertreten. Die Fachgruppe Gesundheitspsychologie pflegt vielfältige internationale
Kontakte und ist dadurch eng verflochten mit der World Health Organization
(WHO), der International Association of Applied Psychology (IAAP) sowie der
Division 38 (Health Psychology) der American Psychological Association (APA).
Viele Mitglieder gehören zugleich der European Health Psychology Society (EHPS)
an und finden dort zahlreiche Gelegenheiten für länderübergreifende
Arbeitsvorhaben und gemeinsame Forschungsinteressen. Die Verbindung zur EHPS
wurde durch die Präsidentschaft von Ralf Schwarzer (Berlin) in den Jahren 1996
bis 1998 und Britta Renner (Konstanz) in den Jahren 2006 bis 2008 besonders
gestärkt. Gegenwärtig ist die Fachgruppe Gesundheitspsychologie im Vorstand der
EHPS durch Amelie Wiedemann (Berlin) vertreten.
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